Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte
 
Publikationen

 
Veröffentlichungen der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (GUW) in Verbindung mit Rüdiger vom Bruch, Notker Hammerstein, Martin Kintzinger, Walter Höflechner und Wolfgang Proß herausgegeben von Rainer Christoph Schwinges.

Die Mitglieder der Gesellschaft können die Veröffentlichungen der GUW zu einem Preisnachlass von 30 Prozent direkt bei Schwabe AG Verlag in Basel erwerben. 
 
Richtlinien für die Manuskripterstellung finden Sie hier.

 
  Im September 2008 erschienen:   
Band 10
Rainer Christoph Schwinges (Hg.)
Universität im öffentlichen Raum.
 2008.  XII, 533 Seiten mit 16 Abbildungen, 2 Tabellen, 7 Grafiken. Gebunden.    ISBN 978-3-7965-2423-3              CHF  120,-     € 84,00
 
In welcher Beziehung stehen Universität und öffentlicher Raum? Im vorliegenden Band zeigen die von Rainer Christoph Schwinges versammelten Beiträge, dass es wenige Leitplanken gibt, an denen man sich in dieser Frage orientieren könnte. Die Universität scheint im öffentlichen Raum keine klare Funktion einzunehmen, nutzt ihn weder als Bühne noch als soziale Umwelt, Aneignungsraum, Standort- oder Zukunftsfaktor.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersuchen Beiträge aus den Niederlanden, Österreich und der Schweiz dieses Verhältnis mit dem Ziel, dass sich die Universität ihre ursprüngliche Identität als Kommunikationsgemeinschaft wieder aneignet.

Aus vierfacher Perspektive nehmen die Beiträge die Relationen zwischen Universität und Öffentlichkeit in den Blick. Dabei geht es zunächst um die Selbstdarstellung der Universität. Die behandelten Themen reichen hier von der öffentlichen Gesundheitspflege im Mittelalter über das Zeremoniell der Doktorpromotionen und Universitätsjubiläen bis hin zur Frage nach dem Nutzen von Universität und Wissenschaft.

Umgekehrt wird auch die Aussenwahrnehmung der Universität durch den öffentlichen Raum behandelt. Spannungen und Auseinandersetzungen in und um die Gelehrtenrepublik, Bildung und Kommerz, Funktion und Repräsentanz der Universitätsbauten sowie um den universitären «Käfig voller Narren» in Karikatur und Satire sind Themen, die behandelt werden.

Die dritte Perspektive zielt auf die wissenschaftliche und soziale Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und beschreibt Gelehrte zwischen Karriere und Kontrolle, prüft das Konzept «Menschenwürde», historisiert den Diskurs über Wissenschaft und Verantwortung oder fragt danach, was genau unter «Universitäts und Wissenschaftspolitik» zu verstehen ist.

Schliesslich werden «Universität und Gesellschaft» direkt mit Beiträgen zur öffentlichen Wirkung von Rektoratsreden, zur Stellung von Professoren und Studenten, zur «Sprengung des Elfenbeinturms» und zu einer der wichtigsten universitären Zukunftsfragen in den beiderseitigen Beziehungen konfrontiert.
 
  Im September 2008 erschienen:   
Band 9
Rainer Albert Müller und Rainer Christoph Schwinges (Hgg.)
Wissenschaftsfreiheit in Vergangenheit und Gegenwart.
 2008.  XII, 342 Seiten. Gebunden.     ISBN 978-3-7965-2451-6             CHF  88,-      € 61,50
 
"Wissenschaftsfreiheit", "akademische Freiheit" oder "Freiheit von Forschung und Lehre" scheinen Besonderheiten der deutschen Verfassungstradition zu sein. Wenn auch Spuren bis in die mittelalterlichen Anfänge der Universitäten zurückreichen und die Aufklärung die libertas philosophandi forderte, so sind sie doch eng mit der "klassischen Universität" des 19. Jahrhunderts verbunden.

In Denkschriften, Parteiprogrammen und Staatsrechtskommentaren wird Wissenschaftsfreiheit seitdem immer wieder thematisiert, diskutiert und als prinzipielles Postulat erhoben und zählt noch heute zu den "Grundgesetzen" des deutschen und des von ihm beeinflussten internationalen Universitätswesens. Wissenschaftsfreiheit ist dennoch nie unangefochten und wird allzu leicht instrumentalisiert, längst nicht nur in totalitären Systemen.

Dieses Buch nähert sich dem Thema in einer genetischen und einer komparatistischen Perspektive: Es verfolgt zum einen die Genese der Wissenschaftsfreiheit in der deutschen Hochschulgeschichte mit Beiträgen zu jedem "deutschen Jahrhundert" seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart mit Schwerpunkten im 19. und 20. Jahrhundert (Kaiserreich, Weimar, Drittes Reich, DDR und Bundesrepublik) und prüft zum anderen das Postulat der Wissenschaftsfreiheit in einigen anderen Ländern (Niederlande, Österreich, Schweiz, Frankreich, USA) sowie in der röm.-kath. Rechtssprechung (Fall Döllinger) entweder in Anlehnung an das 9 deutsche Modell: oder in Ausführung spezifischer und originärer Formen.
 
  Im März 2007 erschienen:   
Band 8
Beat Immenhauser
Bildungswege - Lebenswege. Universitätsbesucher aus dem Bistum Konstanz im 15. und 16. Jahrhundert.
 2007.   632 Seiten mit 43 Abbildungen, 37 Tabellen, 31 Grafiken, 12 Karten. Gebunden.    ISBN 978-3-7965-2286-4             CHF  98,-     € 68,50
 
Universitäten spielten an der Schwelle des späten Mittelalters zur frühen Neuzeit eine tragende Rolle bei zentralen Prozessen wie bei der Professionalisierung und Akademisierung verschiedenster Tätigkeitsbereiche und letztlich bei der Entstehung moderner Staatlichkeit. Im Zusammenhang mit diesen Veränderungen im 15. und 16. Jahrhundert fokussierte die universitätsgeschichtliche Forschung bisher auf einzelne hohe Schulen oder Fakultäten, jedoch nicht auf einen grösseren Bildungsraum. Hier setzt die vorliegende Untersuchung an: Sie prüft anhand der handelnden Personen aus einer Region die Frage nach der Relevanz und dem Nutzen akademischen Wissens in der Gesellschaft. Es liegt ihr die These zugrunde, dass der Besuch einer Universität nicht zweckfrei, sondern mit bestimmten Erwartungen verbunden war, die stark durch die soziale Ausgangslage und familiäre Traditionen geprägt wurden. Diese gestalteten sich höchst unterschiedlich; sie reichten vom Sprachaufenthalt über das Offenhalten von Laufbahnoptionen bis zum Erwerb von Fachwissen. Mit einem Standeswechsel im Sinne eines sozialen Aufstiegs hingegen war der Universitätsbesuch kaum verbunden. Es liess sich darlegen, dass der Bildungserwerb in aller Regel erst auf einen bereits vollzogenen Aufstieg folgte, um jenen zu konsolidieren.

Ausgehend von einer rund 15 000 Personen umfassenden Datenbank mit allen zwischen 1430 und 1550 immatrikulierten Universitätsbesuchern aus dem Bistum Konstanz werden Status, Herkunft, Universitätswahl, akademische Migration und Graduierung thematisiert, um dann verschiedene Tätigkeitsfelder universitätsgebildeter Personen in der Kirche, in den Städten und in der landesherrlichen Verwaltung zu untersuchen.
 

  Im September 2007 erschienen:   
Band 7
Rainer Christoph Schwinges (Hg.)
Examen, Titel, Promotionen. Akademisches und Staatliches Qualifikationswesen vom 13. bis zum 20. Jahrhundert.
 2007.    776 Seiten mit 6 Abbildungen, davon 2 in Farbe, 13 Tabellen, 12 Grafiken, 1 Karte. Gebunden.     ISBN 978-3-7965-2155-3    CHF 128,-      € 89,50
 
 Wieso gibt es eigentlich Examina, Graduierungen, Promotionen, akademische und staatliche Titel und Berechtigungen? Nur wenige Themen der Historischen Bildungsforschung im allgemeinen sowie der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte im besonderen repräsentieren derzeit beides zugleich: zum einen eine hohe bildungspolitische Aktualität im sogenann-ten «Bologna-Prozess» mit der Einführung gestufter Studiengänge und zum anderen eine hohe wissenschaftliche Wünschbarkeit im Sinne eines echten Forschungsdesiderats. Entwürfe von Studiengängen zur akademischen und staatlichen Qualifizierung gehören zum Kernbestand universitärer Reformen. Das war vor Jahrhunderten prinzipiell nicht anders als heute. Examina, Promotionen, Graduierungen und Diplomierungen, Disputationen, Dissertationen oder Abschlussarbeiten aller Art haben über alle Epochen hinweg von den Anfängen im frühen 13. Jahrhundert bis zur unmittelbaren Gegenwart Kulturen und Sozialsysteme, Biographien und Gesellschaften immer wieder entscheidend geprägt. Der enorme und immer dichter gewordene Prozess der Akademisierung bzw. des steigenden Bedarfs an qualifizierten Abschlüssen und Absolventen gehörte seit den mittelalterlichen Anfängen zu den wichtigsten Bausteinen der modernen Wissensgesellschaft. Im Gegensatz zur Prominenz der Thematik ist jedoch das historische Wissen über akademische und staatliche Qualifikationssysteme, gleichviel in welcher Epoche, herausfordernd lückenhaft. Die Beiträge dieses Bandes nehmen die Herausforderung an, zeichnen die grossen Entwicklungslinien von 1200 bis 2000 nach und versuchen dabei über «Grundlagen und Differenzierungen» ebenso aufzuklären wie über «Legitimationen, Anforderungen und Herausforderungen», ebenso wie über «Binnenwirkungen und Aussenwirkungen» des Promotionswesens in Universität und Gesellschaft.
 

  Im September 2005 erschienen:   
Band 6
Rainer Christoph Schwinges (Hg.)
Finanzierung von Universität und Wissenschaft in Vergangenheit und Gegenwart.
 2005.   602 Seiten mit 15 Abbildungen, 28 Tabellen, 8 Graphiken, 2 Karten. Gebunden.    ISBN 978-3-7965-2028-0            CHF  85,-     € 59,50
 
Wenige Themen der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte sind so aktuell wie das Thema der Finanzierung. Diese historische Dimension ist jedoch noch kaum ausgeleuchtet, weder in der einen noch der anderen Epoche vom Mittelalter bis heute. Die GUW möchte mit diesem Tagungsband ein Stück Finanzgeschichte liefern und zu weiteren zeitlich und räumlich kontrastierten Studien anregen. Der Band skizziert den Weg von den mittelalterlich-vormodernen, eher passiven Instrumenten der Fundierung und Dotation bis zu den allgemein bejahten, eher aktiven Mitteln der öffentlichen Finanzierung mit strategischen Zielen. Modelle und Trends- der Universitäts- und Wissenschaftsfinanzierung verschiedener europäischer Länder nebst USA und Russland werden ebenso vorgestellt wie jene der ausseruniversitären Finanzierung von den frühen Akademien bis zur industriell geprägten Gross- und Hochschulforschung.
 

Im Februar 2004 erschienen:   
Band 5
Cay-Rüdiger Prüll
Medizin am Toten oder am Lebenden? Pathologie in Berlin und in London, 1900–1945.
2003.     563  Seiten. Gebunden.     ISBN 978-3-7965-1931-4      CHF  98,-     € 68,50
 

Die «Pathologie» als «Lehre vom Leiden» wurde im 19. Jahrhundert zur medizinischen Spezialdisziplin und zum Rückgrat der neu entstehenden naturwissenschaftlichen Medizin. Mit Hilfe der Öffnung der Leiche des verstorbenen Patienten wurde erstmals systematisch Wissen über krankhaft veränderte Organe, Gewebe und Zellen erarbeitet. Diese Entwicklung ging von Deutschland, vor allem von Berlin, aus.

Die vorliegende Arbeit untersucht die weitere Entwicklung des Faches in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die Humanmedizin sich anschickte, eine therapeutische Disziplin zu werden. Der Vergleich zwischen Berlin und London verdeutlicht zwei unterschiedliche Entwicklungslinien des Faches und damit auch der westlichen Humanmedizin. Während sich die Pathologie in Berlin auf die Arbeit im Leichensaal konzentrierte, knüpften die Londoner Pathologen an andere deutsche Traditionslinien an, indem nach 1900 eine «klinische Pathologie» aufgebaut wurde. Sie orientierte sich weniger am toten als am lebenden Patienten, dessen Körperflüssigkeiten und Gewebe noch zu dessen Lebzeiten im Labor untersucht wurden. Diese unterschiedliche Praxis der Pathologie entsprach den jeweiligen sozialen, wirtschaftlichen, politischen sowie auch ethisch-moralischen Umfeldbedingungen in beiden Städten. Medizin am Toten oder am Lebenden? Dies ist die Frage nach länderspezifisch unterschiedlichen kulturellen Rahmenbedingungen der Medizin im 20. Jahrhundert. 
 

Band 4
Marc Schalenberg
Humboldt auf Reisen? Die Rezeption des 'deutschen Universitätsmodells' in den französischen und britischen Reformdiskursen (1810-1870).
2002.     524 Seiten. Gebunden.     ISBN 978-3-7965-1930-7      CHF  72,-     € 50,50
 
Auf der Suche nach den Ursprüngen der «modernen Universität» wird in Deutschland gewöhnlich auf die in den preussischen Reformen des frühen 19. Jahrhunderts entstandenen institutionellen und ideellen Grundlagen verwiesen. Dieses oftmals auf das Kürzel «Humboldt» gebrachte «Modell» habe, so eine bis heute weitverbreitete Auffassung, zunächst für die übrigen deutschen Staaten und dann auch international eine Vorbildfunktion besessen. Demgegenüber fragt die vorliegende Arbeit kritisch nach, was deutsche Universitäten in den beiden wichtigsten europäischen Nachbarländern, Grossbritannien und Frankreich, tatsächlich zeitgenössisch bedeuteten. Hierfür werden die konkreten Rezeptionsperspektiven und -interessen analysiert, wie sie zumal in Paris und in Oxford gegeben waren.

Es zeigt sich, dass deutsche Universitäten im Verlauf der ersten beiden Drittel des 19. Jahrhunderts sehr wohl verstärkt ins Blickfeld gerieten und an Funktionalität in den französischen und britischen Diskursen gewannen, dass dies jedoch keineswegs an das neuhumanistische, stark deutschen Bildungsidealen verpflichtete «Humboldtsche Modell» rückgebunden wurde. Letztlich erwiesen sich die universitären Traditionen im Hochschulwesen, aller zweckgebundenen Rhetorik zum Trotz, als weitgehend transferresistent.
 

Band 3
Rainer C. Schwinges (Hg.)
Humboldt International. Der Export des deutschen Universitätsmodells im 19. und 20. Jahrhundert.
2001.    503 Seiten. Gebunden.     ISBN 978-3-7965-1735-8      CHF 85,-      € 59,50
 
Der Band enthält die Referate einer Tagung in Sigriswil (Kt. Bern), zu der sich im September 1999 Historiker, Bildungs- und Sozialwissenschaftler, Medizin-, Universitäts- und Wissenschaftshistoriker aus Europa, China, Japan und Nordamerika trafen, um sich in der gegenwärtigen Diskussion um die Universität der Zukunft auf die grosse internationale Leistungs- und Durchsetzungsfähigkeit jener ‘deutschen Universitätsidee’ zu besinnen, die sich mit dem Namen Wilhelms von Humboldt symbolisch verbunden hat. Die Beiträge suchen dem Thema auf vierfache Weise gerecht zu werden: In Teil I bieten sie im Blick von der ‘vorklassischen’ zu Humboldts ‘klassischer’ Universität eine grundlegende Erörterung der universitäts- und wissenschaftshistorischen Ausgangslage vor und um 1800, insbesondere auch der Jenaer Jahre Humboldts, der Gründung der Berliner Universität, der möglichen Verbreitung ‘seiner Ideen’ in deutschen Universitäten sowie der Lage der Professoren und Studenten, deren Existenz gegenüber vormodernen Verhältnissen unter einem Humboldt’schen Modell auf tiefgreifende Weise umgestaltet worden ist. Wissenschaftlicher Fortschritt und Rückstand wurden mancherorts auf drastische Weise sichtbar. Die Beiträge in den Teilen II und III beschäftigen sich mit ‘Humboldt in Europa’ und ‘Humboldt in Übersee’ und konfrontieren das Modell und seine berühmten Elemente (Einheit der Wissenschaft, Bildung durch Wissenschaft, Forschungsimperativ sowie Lehr- und Lernfreiheit) mit konkurrierenden auswärtigen Hochschul-Modellen und den jeweils nationalen Bildungs- und Wissenschaftstraditionen, beispielhaft in Ungarn, in den Niederlanden, in Norwegen, Grossbritannien und Frankreich, in den USA und Kanada, in Japan und China. Teil IV schliesslich widmet sich dem Thema ‘Humboldt und die Disziplinen’ und spannt hier den Bogen von den ersten Diskussionen um die Wissenschaftsfreiheit im 19. Jahrhundert über die Einrichtung von Seminaren und Instituten der werdenden deutschen Forschungsuniversität, über Humboldts Einfluss in Mathematik und Naturwissenschaften, Medizin und Biologie bis zur Pervertierung der Ideen im Dritten Reich. Die Humboldt’sche Universität ist bleibende Verpflichtung für die einen, Mythos heute für die anderen, ihre Wirkung aber ist ‘grenzenlos’ gewesen.

Der Herausgeber ist ordentlicher Professor für mittelalterliche Geschichte der Universität Bern.

 
 
Band 2
Jürg Schmutz
Juristen für das Reich. Die deutschen Rechtsstudenten an der Universität Bologna 1265-1425
2000    2 Halbbände  800 Seiten mit 8 Abbildungen, 15 Tabellen. Gebunden     ISBN 978-3-7965-1437-1     CHF 85,-     € 59,50
 
Die altehrwürdige Universität von Bologna zählte über Jahrhunderte hinweg zu den prestigeträchtigsten Studienorten Europas. Wer sich ein Rechtsstudium in Bologna leisten konnte, gehörte entweder bereits den führenden Schichten seiner Heimat an, oder er versuchte, sich durch den Besuch dieser angesehenen Universität dorthin hochzuarbeiten. Anhand von rund 3600 Rechtsstudenten aus dem Raum zwischen Ostsee und Alpen zwischen 1265 und 1425 analysiert Jürg Schmutz die geographische und soziale Herkunft einer gesellschaftlichen Führungsgruppe und zeigt, in welchen Bereichen die neue Qualifikation "Universitätsbildung" Karrieren eröffnete und wo die traditionellen Formen der Rekrutierung weiterhin bestehen blieben. Ein umfangreicher Personenkatalog ergänzt diesen Einblick in einer der wichtigsten europäischen Modernisierungszentren des hohen und späten Mittelalters.
 

Der Autor ist seit 1.9.2007 Staatsarchivar des Kantons Luzern .
Für sein Werk wurde er 1999 mit der Haller-Medaille der Universität Bern ausgezeichnet.

 
 
Band 1
Rainer C. Schwinges (Hg.)
Artisten und Philosophen. Wissenschafts- und Wirkungsgeschichte einer Fakultät vom 13. bis zum 19. Jahrhundert
1999   XII, 501 Seiten mit 3 Abbildungen. Gebunden.      ISBN 978-3-7965-1436-4     CHF 85,-     € 59,50
 
Der Band präsentiert eine Wissenschafts- und Wirkungsgeschichte der artistischen und philosophischen Fakultät in ihren handelnden Personen, Magistern, Professoren und Absolventen vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Die Autoren suchen sich einigen herausfordernden Grundfragen zu stellen - quer durch die Epochen und mit Kommentaren aus italienischem Blickwinkel zur Situation im deutschsprachigen Raum: Was haben Artisten und Philosophen getan, sich "nur" gebildet oder auch ausgebildet; in welchen Tätigkeitsfeldern und sozialen Positionen haben sie das erlernte Wissen anwenden und professionelle Wirkung entfalten können; wie stark war ihr innovatives Potential in Wissenschaft und Gesellschaft und wie kann man neben den juristischen, theologischen und medizinischen Eliten, die schon früh den Weg der Professionalisierung gingen, auch die Artisten und Philosophen angemessen beurteilen?

Der Herausgeber ist ordentlicher Professor für mittelalterliche Geschichte der Universität Bern.

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